Husserl braucht das nicht

In meinem Buch Intersubjektivität und Macht habe ich mich sehr intensiv mit den Ideen Husserls auseinandergesetzt, vor allem mit seiner Schrift zur Krisis der Wissenschaften. Die Erkenntnisse zu Epoché und zum Unus Mundus laufen dabei in eine Richtung, die durchaus der heutigen Forschung des Esotericism nahekommt. Doch der entscheidende Unterschied besteht darin, dass man diese Forschungen überhaupt nicht benötigt, wenn man sich mit Husserl beschäftigt.

Die Parallele zwischen Esoterik und Phänomenologie ist letztlich sinnfrei, weil die Phänomenologie viel weiter, logischer, konsequenter und anwendbarer ist, als es jede Esoterikforschung sein kann.

Meine Auseinandersetzung mit der Phänomenologie und allen Formen der Magie – von der Naturmagie bis hin zu heutigen Ausläufern davon – zeigt deutlich, dass Magie für die Phänomenologie nicht relevant ist. Mein Buch liefert dafür einen entscheidenden Beleg. Da ich es bereits 2009 publizierte, war ich der Forschung wohl einige Jahre voraus – oder bin es vielleicht immer noch.

Nicht vergessen werden darf, dass Husserl in den letzten Jahren seines Lebens zeitweilig – hier sei seine Descartes-Studie genannt – hinter seinen eigenen Erkenntnisgewinn zurückfiel. Seine Schüler machten dies deutlich. Das lag an der Arbeitsweise des Philosophen, der ständig neu ansetzte, um das Problem immer wieder von Grund auf anzugehen.

Edmund Husserl bleibt schwierig, aber er lohnt sich immer.

Die 2. Auflage meines Buches erschien 2021.