1 Positive Emotionen
Resilienzforschung geht von einem dynamischen Affektmodell aus. Das bedeutet, positive und negative Eindrücke können zusammen bzw. nebeneinander betrachtet werden. Positive Emotionen ergeben sich aus Erfolg, sozialen Beziehungen, körperlichen Aktivitäten und Gesundheit (körperlich und geistig). Wesentlich ist, dass positive Emotionen die negativen überlagern. Positive Emotionen wirken als förderlicher Faktor.
Das Erleben positiver Emotionen hat sich in empirischen Studien konsistent als protektiv gezeigt.
Es scheint jedoch weniger die Intensität der positiven Emotionen als das regelmäßige Auftreten und die Relation zur Häufigkeit von negativen Emotionen zu sein, die schützend wirken.
In der Resilienzforschung wird daher davon ausgegangen, dass die schützende Wirkung angesichts kritischer Lebensereignisse und chronischer Stressoren in der Fähigkeit zum simultanen Erleben von positiven und negativen Gefühlen besteht (Bengel/Lyssenko, 2012, 47f).
Resilienz lässt sich stärken, wenn die positiven Folgen dem eigenen Handeln und negative Erlebnisse den äußeren Umständen zugeschrieben werden. Auch geht es darum, positives Verhalten zu trainieren und „sich auch über Alltägliches zu freuen – gerade weil in schwierigen Lebensphasen die negativen Stimuli meist überwiegen“ (Bengel/Lyssenko, 49).
Literaturempfehlungen:
2 Optimismus
Optimismus ist eine gesundheitsförderliche Persönlichkeitseigenschaft, die darauf beruht, dass Handlungsweisen Konsequenzen haben. Gehe ich optimistisch an eine Unternehmung heran, ist es wahrscheinlicher, dass ich erfolgreich sein werde. Erwarte ich positive Konsequenzen, dann reguliere oder steuere ich mein Verhalten im Voraus, weil ich erwarte, auf diese Weise mehr zu erreichen. Außerdem bringe ich mehr Einsatz und Durchhaltevermögen ein.
Positive Emotionen wirken wie ein zusätzlicher Schutzfaktor. Vor allem in Hinblick auf die Tendenz, negative Reaktionen auf das eigene Verhalten der Außenwelt und positive Reaktionen der eigenen
Person zuzuschreiben.
„Optimismus beeinflusst meinen Gesundheitszustand und wirkt sich auf das Immunsystem aus.
Generell führt eine optimistische Einstellung (zum Beispiel das Hinzuziehen eines ärztlichen Rates bei Beschwerden) zu einer gesünderen Lebensweise. Optimistische Menschen erleben aufgrund ihres
aktiveren Bewältigungsverhaltens weniger negative Lebensumstände und erhalten mehr soziale Unterstützung“ (Hoyer 2000, in: Bengel / Lyssenko, 2012, 49).
Literaturempfehlungen:
3 Hoffnung
Hoffnung impliziert einen zu erfüllenden Wunsch. Um diesen zu erreichen wird eine aktive Bewältigungsstrategie angewandt. Vergänglichkeit oder Ausweglosigkeit können so in ihrer Sinnhaftigkeit erkannt und hingenommen werden, ohne dagegen ankämpfen zu müssen. Beispielsweise werden Krankheiten unter dem Aspekt der Hoffnung als weniger belastend empfunden.
In der Resilienz- und Schutzfaktorenforschung wurde das Konstrukt Hoffnung vorwiegend im Zusammenhang mit chronischen Stressoren aufgegriffen. Bereits in Studien, die vor 1998 veröffentlicht wurden, zeigte sich ein positiver Zusammenhang zwischen Hoffnung und Krankheitsbewältigung [...] (Bengel / Lyssenko, 2012, 51).
Hoffnung hat schützende Wirkung, die mit einer positiven Copingstrategie (Kampfgeist) verbunden sein kann. Darüber hinaus führt sie als präventives Verhalten dazu, dass Schicksalsschläge nicht nur akzeptiert, sondern sogar aktiv angegangen werden. Mit einer aktiven, hoffnungsvollen Grundhaltung sind Ziele leichter zu erreichen und Stressoren besser auszugleichen oder zu integrieren.
Positive Emotionen wirken wie ein zusätzlicher Schutzfaktor. Vor allem in Hinblick auf die Tendenz, negative Reaktionen auf das eigene Verhalten der Außenwelt und positive Reaktionen der eigenen Person zuzuschreiben.
„Optimismus beeinflusst meinen Gesundheitszustand und wirkt sich auf das Immunsystem aus. Generell führt eine optimistische Einstellung (zum Beispiel das Hinzuziehen eines ärztlichen Rates bei Beschwerden) zu einer gesünderen Lebensweise. Optimistische Menschen erleben aufgrund ihres aktiveren Bewältigungsverhaltens weniger negative Lebensumstände und erhalten mehr soziale Unterstützung“ (Hoyer 2000, in: Bengel / Lyssenko, 2012, 49).
Literaturempfehlung:
4 Selbstwirksamkeits-erwartung
Selbstwirksamkeitserwartung ist ein Schutzfaktor, der darauf abzielt, den eigenen Erwartungen, Anforderungen und Hindernissen mit den vorhandenen Ressourcen selbst zu begegnen. Sie ist eine positive Einschätzung der Fähigkeit, Krisensituationen selbstbestimmt zu meistern. Ihr liegt eine optimistische Sichtweise zugrunde. Potenzielle Stressoren werden als Herausforderungen gesehen und es wird eine aktive und problemorientierte Bewältigungsstrategie eingesetzt, um Rückschlägen oder Hindernissen mit größerer Ausdauer zu begegnen. Darüber hinaus besteht ein höheres Vertrauen in die eigenen Selbstregulationsfähigkeiten: Personen mit hoher Selbstwirksamkeitserwartung nehmen sich als weniger verletzlich wahr und schätzen ihre Umgebung als weniger bedrohlich ein. Daher kommen sie seltener in die Situation, angesichts eines Ereignisses große Hilflosigkeit und Stress zu erleben.
Bei der Konfrontation mit Ereignissen, die das individuelle Bewältigungspotenzial übersteigen, tendieren Personen mit hoher Selbstwirksamkeitserwartung dazu, trotzdem aktive, problemorientierte Bewältigungsstrategien zu initiieren.
Personen mit hoher Selbstwirksamkeitserwartung haben außerdem größeres Vertrauen in ihre Selbstregulationsfähigkeiten und sind in stark belastenden Situationen in der Lage, auch eigene, sich aufdrängende Gedanken unter Kontrolle zu bringen oder sich davon zumindest nicht in einem hohen Ausmaß beunruhigen zu lassen. (Bengel/Lyssenko, 2012, 54f).
In stark belastenden Situationen werden sich aufdrängende „negative“ oder „destruktive“ Gedanken schneller unter Kontrolle gebracht. Man ist nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen.
Selbstwirksamkeitserwartungen bringt erst in Kombination mit anderen Faktoren die gewünschte Wirkung. Jedoch: „Eine hohe Selbstwirksamkeit motiviert dazu, im Sinne von aktiven und problemorientierten Bewältigungsstrategien zu handeln, bei Rückschlägen nicht aufzugeben und die eigenen Bewältigungsmechanismen positiv zu bewerten […]“ (Bengel/Lyssenko, 57f).
Literaturempfehlungen:
Delia Owens: Der Gesang der Flusskrebse. München 2020. Hanser Verlag.
Walter Tevis: Das Damengambit. Zürich 2021. Diogenes Verlag.
5 Selbstwertgefühl
Was ist unter Selbstwertgefühl zu verstehen? „Gemeint ist die affektive und evaluative Komponente der bewussten Selbstwahrnehmung, also die individuelle Einschätzung der eigenen Person – ob jemand sich selbst mag und positiv von sich denkt oder ob man viele Aspekte der eigenen Persönlichkeit und Erscheinung ablehnt“ (Bengel / Lyssenko, 2012, 58).
Ein gutes Selbstwertgefühl gilt nach wie vor als Grundlage für psychische Stabilität und Erfolg. Dabei ergibt sich eine schmaler Grat zwischen dem „Selbstwertgefühl“ als unverwundbar machendes Allheilmittel und dem einer narzisstischen Störung, die pathologische Züge tragen kann.
Die schützende Wirkung eines gesunden Selbstwertgefühls steht außer Frage, weil auch unter Stress und Widerstand das eigene Selbstwertempfinden mehr oder weniger stabil bleibt.
Selbstüberhöhung kann zu sozialen Defiziten bzw. mangelnden oder rückläufigen sozialen Kontakten führen (Bengel/Lyssenko, 2012, 60f.): Insgesamt zeigt sich, dass Personen mit hohem Selbstwertgefühl negative Ereignisse als weniger bedrohlich interpretieren, ein höheres Kontrollgefühl haben und generell optimistischer gegenüber ihren eigenen Bewältigungsmechanismen eingestellt sind. Personen mit sehr niedrigem Selbstwertgefühl weisen eine erhöhte Vulnerabilität gegenüber psychischen Störungen auf (Bengel/Lyssenko, 2012, 59f).
Bei allem Positiven macht es Sinn, eine Überdehnung des Selbstwertgefühls zu vermieden, sodass es richtig erscheint, es mit andern Resilienzfaktoren zu kombinieren.
Literaturempfehlungen:
6 Kontrollüberzeugung
Kontrollüberzeugungen enthalten die subjektive Wahrnehmung wie Situationen beeinflusst werden können. „Wenn eine Person eintretende Ereignisse vorwiegend als Resultat eigener Handlungen wahrnimmt, entspricht dies einer internalen Kontrollüberzeugung. Eine ausgeprägte internale Kontrollüberzeugung wird in der Resilienzforschung als protektiv angesehen“ (Bengel/Lyssenko, 2012, 61).
Im Gegensatz dazu ist eine übersteigerte Kontrollüberzeugung ein Risikofaktor. („Es lässt sich nicht alles kontrollieren bzw. beherrschen.“) Dennoch kann eine Kontrollüberzeugung schützend wirken, weil sie die Persönlichkeit stabilisiert. All das bleibt aber situationsabhängig:
Insgesamt besteht beim Konstrukt der Kontrollüberzeugungen die Gefahr einer Vermischung von Risiko- und Schutzfaktoren. Eine hohe externale Kontrollüberzeugung hat sich über viele Studien hinweg als konsistenter Risikofaktor für die Entwicklung psychischer Störungen erwiesen […] (Bengel/Lyssenko, 2012, 64).
Literaturempfehlung:
7 Kohärenzgefühl
Aaaron Antonovsky (1923–1994) hat in seinem Buch über Salutogenese den Blick auf die Gesunderhaltung gelegt und dabei eine Brücke zur Resilienz-Forschung geschlagen. Damit schafft er einen neuen Zusammenhang zwischen Krankheit und Heilung. Gleichzeitig bietet er einen Kohärenzaspekt an, der auf einem Kohärenzgefühl basiert und eine grundlegende Lebensorientierung gibt. [Kohärenz = Zusammenhang, Verbundenheit, Einheitlichkeit.] Dafür sind drei Komponenten wesentlich:
Das Gefühl von Verstehbarkeit beschreibt die Erwartung, dass die Anforderungen des Lebens strukturiert und vorhersehbar sind.
Das Gefühl der Bewältigbarkeit drückt die Überzeugung aus, über genügend Ressourcen zu verfügen, um den Anforderungen begegnen zu können.
Das Gefühl der Sinnhaftigkeit schließlich verleitet die Motivation, Energie in die Lebensbewältigung zu investieren.
Ein hohes Kohärenzgefühl bedeutet weniger Stressoren und seltenere kritische Lebensereignisse. Dazu äußern sich Bengel / Lyssenko kritisch: „Obwohl eine große Anzahl von Studien zum Kohärenzgefühl vorliegt […], lässt der Forschungsstand keine Aussage zur protektiven Wirkung angesichts kritischer Lebensereignisse zu“ (Bengel/Lyssenko, 2012, 69). Und dazu noch: „Das Kohärenzgefühl hängt zumindest querschnittlich stark mit Indikatoren psychischer Gesundheit zusammen und zeigt einen negativen Zusammenhang mit Symptomen psychischer Störungen“ (Bengel/Lyssenko, 2012, 68).
Ein solches Kohärenzgefühl findet sich auch in der Herr-Keuner-Geschichte Maßnahmen gegen die Gewalt.
Literaturempfehlung:
8 Hardiness (Widerstandsfähigkeit)
Hardiness bedeutet Widerstandsfähigkeit. Es geht darum, in verschiedenen privaten und gesellschaftlichen Lebensbereichen Sinn und Bedeutung zu finden, für eine aktive Teilhabe am Leben. Dazu gehört die Überzeugung, Situationen nicht hilflos ausgeliefert zu sein, sondern sie aktiv beeinflussen zu können. Hardiness betont die Bereitschaft zu aktivem und selbstverantwortlichem Handeln. Veränderungen und Anforderungen werden als Möglichkeit für Wachstum und Veränderung wahrgenommen.
„Hardiness“ (= Widerstandsfähigkeit) werden drei Komponenten zugeordnet:
Hardiness wirkt sich positiv auf Arbeitsbelastung und traumatische Erlebnisse (wie Kriege) aus.
Es gibt hinreichend Belege dafür, dass Hardiness einen schützenden Effekt haben kann, insbesondere bei schwerwiegenden Ereignissen.
Als Schutzfaktor kann Hardiness eine höhere Lebenszufriedenheit vermitteln, vor psychischen Schäden schützen und die Genesung von diversen Krankheiten unterstützen. Dazu Bengel / Lyssenko:
Literaturempfehlung:
9 Religiosität und Spiritualität
Eine positive Grundhaltung und eine religiöse Orientierung wurden bereits als förderlich für die Stärkung der Resilienz genannt (vgl. dazu Punkt 3: Hoffnung). Die Schwierigkeit besteht in der Definition und Operationa lisierung von Religiosität und Spiritualität. Weder sind sie einheitlich als solche zu konnotieren noch lassen sie sich konzeptionell oder theoretisch adäquat fassen. Sie reichen tief ins Subjektive hinein und sind zumeist in einem a-rationalen Kontext verankert, der kaum oder nur schwer transparent ist.
Zu den Merkmalen von Spiritualität gehören:
Zu den Merkmalen von Religiosität zählen:
Über die Möglichkeit, Religion und Spiritualität als Resilienzfaktoren in das eigene Leben zu integrieren, werden Bewältigungsstrategien („Coping“) aktiviert. Drei religiöse Copingstile lauten:
Wie bei religiösen Orientierungen üblich, wird das eigene Handeln als Teil eines größeren Ganzen, eines Plans oder einer Heilserwartung empfunden. Das besagt, dass der Einzelne sich als Teil von etwas Größerem sieht. In diesem Sinne liegt die Verantwortung nicht mehr allein beim Individuum. Vielmehr gibt er die Eigenverantwortung – wenn nicht gar die gesamte Verantwortung – an ein Übergeordnetes, Göttliches oder Gott ab. Das kann auch dazu führen, dass negative Ereignisse als Strafe oder Prüfung empfunden werden oder dass man das Gefühl hat, in „Ungnade“ gefallen zu sein. Unabhängig davon, ob sie positiv oder negativ konnotiert ist, wirkt sich eine solche Haltung auf das Leben und das Potenzial zur Entwicklung und zur Förderung von Resilienz aus:
Ein positiver religiöser Copingstil zeichnet sich durch eine vertrauensvolle Gottesbeziehung aus, bei der das Individuum Gott und Mitmenschen um Hilfe bittet, jedoch Eigenverantwortung übernimmt. Ein negativer religiöser Copingstil ist durch die Deutung negativer Ereignisse als Strafe oder Prüfung Gottes sowie dem Hadern mit Gott, dem eigenen Glauben oder der Glaubens gemeinschaft geprägt [...] Der Einfluss von Religiosität auf die psychische Gesundheit sowie die Verarbeitung potenziell traumatischer Erlebnisse und chronischer Stressoren sind nicht eindeutig (Bengel / Lyssenko, 2012, 77).
So sehr Religiosität mit gesteigerter Lebenszufriedenheit und dem Gefühl von Hoffnung und Sinn einhergeht, so wenig sind die angeführten Komponenten überprüfbar. Dennoch wirkt die Vorstellung, dass das eigene Schicksal Teil eines göttlichen Plans sei, entlastend. Es bleibt wichtig, dass Religiosität und Spiritualität als Schutzfaktoren mit anderen Schutzfaktoren zusammenwirken.
Literaturempfehlung:
10 Coping
Der Begriff „Coping“ (aus dem Englischen „to cope with“ = bewältigen, überwinden) bezeichnet die Bewältigung von Stress oder kritischen Lebensereignissen. Es gibt drei Ansätze für die Konzeptualisierung von Coping:
psychoanalytische Theorien, die auf Freuds Abwehrmechanismen basieren
Annahme verschiedener relativ stabiler, situationsübergreifender Copingstile
prozessorientierte Ansätze, in denen der Einfluss von individueller Umwelt und Aspekten des Stressors ins Zentrum gerückt werden […]
Die Anzahl an Copingstilen differiert und es gibt deren bis zu 20 verschiedene:
Es besteht jedoch weitestgehend Übereinstimmung darin, die verschiedenen Stile entweder in die Kategorien problemorientiertes, emotionsbezogenes und vermeidendes Coping oder in die Kategorien Annäherungs- bzw. Vermeidungsstrategien einzuteilen (Bengel / Lyssenko, 2012, 78).
Bei den Copingstrategien ist der subjektive Faktor ausschlaggebend, da Ereignisse bewertet oder deren Bedeutung eingeschätzt werden müssen. Auch sollen Probleme als solche erkannt und in ihrer emotionalen Wirkung akzeptiert werden. Die Kenntnis der Palette an Copingstrategien und deren Operationalisierung ist dabei unerlässlich. Bengel / Lyssenko betonen:
Coping lässt sich weiter ausdehnen auf beispielsweise: Planung, Unterdrückung von konkurrierenden Aktivitäten, positive Neubewertung und Wachstum, Zurückhaltung, soziale Unterstützung, Religion, Humor, Emotionalisierung, Verweigerung, Rückzug, Akzeptanz usw.Diese Punkte dienen der Entwicklung einer Strategie zur Vermeidung und Beeinflussung bestimmter Lebens- und Krisensituationen mit dem Ziel, diese zu bewältigen:
Als vermeidende Strategien werden neben dem Leugnen eines Problems auch die Suche nach Ablenkung in alltäglichen Aktivitäten wie zum Beispiel Fernsehen oder im Extremfall in Drogen oder Alkohol bezeichnet. Die Kategorisierung in Annäherungs- bzw. Vermeidungsstrategien bezieht sich darauf, ob eine Strategie einen aktiven Umgang mit der problematischen Situation beinhaltet oder ob der Stressor passiv ausgehalten bzw. Gedanken oder Erinnerungen daran vermieden werden. Als aktive bzw. Annäherungsstrategien werden zunächst die problemorientierten Copingstrategien verstanden, aber auch einige emotionsbezogene Strategien, wie zum Beispiel die positive Umdeutung von Situationen gehört dazu (Bengel/Lyssenko, 2012, 81f).
Coping ist ein Sammelbegriff, der sich an der Möglichkeit orientiert, einen Vorteil zu erzielen oder Lebensumstände zu meistern.
Literaturempfehlung:
11 Soziale Unterstützung
Resilienz stellt nicht allein einen Faktor dar, der sich auf die eigene Person und Wahrnehmung bezieht, sondern ist sozial verankert:
Das Konstrukt „Soziale Unterstützung“ […] wird heute als Sammelbegriff für verschiedene Formen der sozialen Interaktion gebraucht, die zum Ziel haben, eine der involvierten Personen zu unterstützen […] Qualitativ werden unterstützende Interaktionen in die Bereiche emotionale/psychologische, praktische/instrumentelle und informationelle Unterstützung unterteilt. Unter emotionaler (psychologischer) Unterstützung versteht man Zuwendung, Trost, Verständnis, Aussprache, aber auch die Vermittlung eines Gefühls von Zugehörigkeit und Rückhalt. Praktische (instrumentelle) Unterstützung besteht in konkreten alltäglichen Hilfen oder der Bereitstellung finanzieller oder Sachmittel. Mit informationeller Unterstützung ist die Zurverfügungstellung von Informationen bzw. konkreten Hinweisen zur Problemlösung gemeint (Bengel/Lyssenko, 2012).
Soziale Bindungen und soziale Unterstützung sind für die Aufrechterhaltung der Gesundheit und einer gesunden zwischenmenschlichen Interaktion wichtiger als angenommen. Auch Suizidabsichten können durch die Einbindung in ein soziales Netzwerk deutlich reduziert werden. Fehlende soziale Bindungen führen zu negativen Auswirkungen auf physischer und psychischer Ebene. Außerdem steht dieser Faktor in Wechselwirkung mit den Resilienzfaktoren.
Literaturempfehlung:
Der Verlag ist der Verfassung, der Demokratie und dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verbunden.
